Filmbesuch im Institut français: „Annie Colère“ und der Kampf für Frauenrechte

Am Donnerstag, den 21. Mai, hatten die beiden 3èmes die Gelegenheit, das Institut français zu besuchen, um den Film Annie Colère anzusehen, der 2022 von Blandine Lenoir gedreht wurde. Dieser pädagogische Ausflug fand im Rahmen unseres Geschichtsunterrichts zum Thema Frauenrechte sowie unserer Französisch-Unterrichtseinheit „Die weibliche Autobiografie“ statt.

Der Film versetzt uns in das stark patriarchalisch geprägte Frankreich der 1970er-Jahre, einer Zeit, in der Schwangerschaftsabbrüche noch verboten waren. Er erzählt die Geschichte von Annie (gespielt von Laure Calamy), einer Frau, die kein drittes Kind bekommen möchte und deshalb mithilfe von Aktivistinnen der Bewegung für die Freiheit von Schwangerschaftsabbruch und Empfängnisverhütung (MLAC) einen illegalen Schwangerschaftsabbruch durchführen lässt. Im Verlauf der Handlung entwickelt sich Annie, die anfangs zurückhaltend und unsicher ist, zunehmend zu einer engagierten Verfechterin der Frauenrechte – bis schließlich 1975 das Veil-Gesetz verabschiedet wird.

Der Film hat uns geholfen, die Schwierigkeiten besser zu verstehen, mit denen Frauen vor der Legalisierung des freiwilligen Schwangerschaftsabbruchs konfrontiert waren. Er zeigt einfühlsam die Angst und das Leid, aber auch die Solidarität und den Mut der Frauen, die dafür kämpften, die Gesellschaft zu verändern.

Besonders beeindruckt hat uns die Nähe, die man zu den Figuren empfindet, sowie die starke emotionale Wirkung, die den gesamten Film durchzieht. Man leidet mit diesen Frauen, man fürchtet mit ihnen und hofft gemeinsam mit ihnen. Das Ende des Films, das von der Verabschiedung des Veil-Gesetzes geprägt ist, hat uns ein Gefühl der Erleichterung vermittelt und uns bewusst gemacht, wie wichtig der Einsatz für mehr Freiheit und Gleichberechtigung war. Dennoch ist dieser Kampf noch nicht beendet: Zwar ist das Recht auf Schwangerschaftsabbruch seit 2024 in der französischen Verfassung verankert, doch gibt es noch immer viele Länder, in denen dieses Recht nicht garantiert ist.

Die Filmvorführung hat uns außerdem eine wichtige Botschaft vermittelt: Wenn eine Sache gerecht ist, sollte man sich dafür einsetzen und seine Stimme erheben, anstatt angesichts von Ungerechtigkeiten zu schweigen.

Die Schüler der 3ème A

Unser Dank gilt Lorène Lemor, Generalkonsulin Frankreichs in Hamburg, Sophie Udave, der Verantwortlichen für das Kulturprogramm sowie dem gesamten Team des Institut français, die uns herzlich empfangen haben. Ebenfalls bedanken wir uns bei Herrn Salcède für die Organisation dieses sehr lehrreichen Ausflugs sowie bei Mme Ducret, die uns freundlicherweise begleitet hat. 

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