Die Zukunft gestalten: Schüler des DFG im Europäischen Parlament
Drei Tage lang wurde das Europäische Parlament in Straßburg zum Treffpunkt für junge Menschen aus ganz Europa. Vom 27. bis 29. Mai nahm sechs unserer 10. Klässler an einer von Chôros (wissenschaftliche Forschungsgruppe und Thinktank) organisierten „Mini-Bürgerkonvention“ teil, bei der sich rund 300 Schülerinnen und Schüler über die Frage „Kann man die Zukunft noch lieben?“ austauschten.
Die Jugendlichen wurden von der Europaabgeordneten Fabienne Keller im Plenarsaal empfangen und trafen anschließend im Rahmen einer Reihe interaktiver Vorträge auf Experten. Am zweiten Tag kamen sie in Kreativlabors zu Workshops, Spielen und thematischen Arbeitsgruppen zusammen. Der letzte Tag war der gemeinsamen Präsentation der Ergebnisse der thematischen Arbeitsgruppen vom Vortag gewidmet. Zwei unserer Schüler hatten die Ehre, im Plenum die Ergebnisse der in den Arbeitsgruppen geleisteten Arbeit zu den Themen Weltraumforschung und Demokratie der Zukunft vorzustellen.
Für unsere Delegation war die Teilnahme eine wertvolle Erfahrung (von der sie unten selbst berichten): Neben spannenden fachlichen Impulsen bot sie zahlreiche Gelegenheiten, internationale Kontakte zu knüpfen, die Arbeitsweise europäischer Institutionen kennenzulernen und demokratische Prozesse unmittelbar zu erleben.
Wir sind stolz auf das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler und freuen uns, dass sie unsere Schule bei dieser besonderen Veranstaltung vertreten haben. Nun kehren sie mit vielen neuen Eindrücken und Ideen aus Straßburg zurück und werden diese in unserer Schule vorstellen.
Wir bedanken uns bei Frau Ducret für ihr Engagement bezüglich der Organisation des Projekts sowie bei Frau Benthien für ihr Engagement in der Begleitung der Schüler:innen.
Auszüge aus dem Erfahrungsbericht von Bérengère:
„Was für ein großartiges Projekt! Es hat uns intellektuell, aber auch auf einer gemeinschaftlichen Ebene so viel gegeben. Wir hatten nämlich das Glück, Experten zuzuhören, die von ihrem Beruf und ihren Projekten begeistert sind und uns den Blick auf Horizonte geöffnet haben, die von Hoffnung und Schönheit geprägt sind.
Dank Karine Safa konnten wir Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden, um unsere Zukunft zu verstehen. Für George Amar ist die Vielfalt der Berufe der Schlüssel zu besserem Schaffen. Ariel Kyrou wiederum hat uns gelehrt, dass man die Welt durch Bauen und Umgestalten begreifen muss.
In Workshops und Arbeitsgruppen konnten wir die Gelegenheit nutzen, uns mit anderen Schülern der Gymnasien auszutauschen, die ebenfalls neugierig darauf waren, uns kennenzulernen. Diese Begegnungen waren geprägt von unserer Vielfalt, voller Optimismus und haben die Fantasie beflügelt.“
Auszüge aus dem Erfahrungsbericht von Edgard:
„Wir wurden im Europäischen Parlament erwartet, um gemeinsam mit 260 Jugendlichen am Projekt „Mini-Bürgerkonvent“ teilzunehmen. Das Gebäude ist wirklich riesig und sehr imposant. Wir haben verschiedenen Referenten (Philosophen, Zukunftsforscher, Wissenschaftler…) zugehört, die Fragen zur Zukunft beantworteten. Es war sehr interessant und lehrreich.
Ich habe an einem kreativen Workshop mit dem Titel „Postkarten aus der Zukunft“ teilgenommen, der uns die Möglichkeit gab, über unser zukünftiges Leben nachzudenken. Es folgte eine bereichernde Arbeitsgruppe zum Thema Weltraum, die viele Denkanstöße zu den Bereichen Weltraumforschung und Weltraummigration hervorbrachte.
Der Abschluss dieses Projekts bestand am letzten Tag darin, die Ergebnisse der Arbeit in unseren jeweiligen Arbeitsgruppen vorzustellen. Ich habe im Plenum die Zusammenfassung meiner Arbeitsgruppe zum Thema Weltraumforschung vorgestellt. Durch diesen Austausch konnten wir die Meinungen und Zukunftsvisionen anderer Schüler und anderer Schulen kennenlernen.
Dieser Aufenthalt war eine einzigartige Gelegenheit, unsere Zukunftsvisionen in einem außergewöhnlichen Umfeld zu äußern, und ich habe es sehr genossen, daran teilnehmen zu dürfen!“
Auszüge aus dem Erfahrungsbericht von Eliane:
„Jeder Experte vertrat sehr treffend beschriebene Standpunkte, jeder mit seiner eigenen Vision der Zukunft. Diese Ansichten ergänzten sich wunderbar. Die Sichtweise von Herrn Lazzarotti hat mir sehr gefallen; sie stellte die Zukunft und das Zukünftige als zwei unterschiedliche Konzepte dar. Das Zukünftige lässt sich benennen und verorten, doch die Zukunft, die weder das eine noch das andere sein kann, wird erfunden. Auch der Vortrag von Georges Amar hat mich angesprochen; die Zukunft zu lieben bedeutet nicht, den Bildern zu folgen, die uns vorgesetzt werden, sondern denen, die wir uns selbst vorstellen. Die Worte von Jacques Lévy zum Thema Angst haben mich mitgerissen; die Tatsache, dass man in einer Gesellschaft, die um jeden Preis überleben will, „out of the box“ denken muss.
Ariel Kyrou hat uns dargelegt, wie man selbst in der Fiktion Teile der Realität wiederfindet. Dann hat Karine Safa eine Parallele zwischen der Renaissance und unserer heutigen Welt gezogen. Diese beiden Vorträge haben mir die Augen für die Bedeutung der Vorstellungskraft in der heutigen Welt geöffnet.
Zusammen mit zwei meiner Klassenkameraden trafen wir uns im Workshop „Leben im Jahr 2042“, in dem wir heutige Berufe in der nahen Zukunft vorstellen sollten. Wir entschieden uns für den Beruf des Floristen und setzten uns dabei mit all den damit verbundenen Herausforderungen auseinander. Wir haben darüber nachgedacht, wie man ihn umweltfreundlicher gestalten könnte, ohne dass die Preise über den Durchschnitt steigen.
Der Tag endete mit einem kurzen Besuch im Europäischen Parlament; ich war beeindruckt von der zeitgenössischen und postmodernen Architektur des Gebäudes, sowohl innen als auch außen.
Ich habe meinen Aufenthalt im Europäischen Parlament sehr genossen und hoffe, bald wiederzukommen!“





